Der Englische Sattel ist der beim Reiten hierzulande am meisten verwendete Sattel. Im Gegensatz zum Westernsattel wirkt der Englische Sattel eher klein. Man kann den Typus Englischer Sattel unterteilen in die drei Untertypen Dressursattel, Springsattel sowie Vielseitigkeitssattel mit ihren speziellen Formen.
Die Geschichte des Englischen Sattel begann in der Tat in Großbritannien. Im 18. Jahrhundert benötigte man dort für die mittlerweile leichteren Pferdetypen, welche sich von den Pferden des Mittelalters und Barocks deutlich unterschieden, auch einen kleineren Sattel, welcher jedoch eben die Vorzüge eines sicheren Sitzes und problemlosen Halts bot.
Bis heute ist der Aufbau des Englischen Sattels gleich geblieben. So ist der Sattelbaum das "Herzstück" des Sattels, um den sich alle anderen Teile herum gruppieren. Der Sattelbaum muss besonders strapazierfähig sein, aber auch imstande, mit der Bewegung des Pferdes mitzuschwingen. Früher wurde der Sattelbaum des Englischen Sattels ausnahmslos aus Holz gefertigt, heute werden häufig auch Kunststoff oder Stahlfedern verwendet.
Die Sattelkammer befindet sich unter dem Sattelbaum. Es ist der Name der Einbuchtung am Englischen Sattel, welche auf dem Widerrist des Pferdes aufliegt. Hier muss der Sattel natürlich weicher sein, sodass es keinerlei Druckstellen am Pferderücken gibt. Der Englische Sattel sollte deshalb auch für jedes Pferd individuell angepasst werden. Eine Satteldecke oder Schabracke unter dem Sattel sollte jedoch auch bei perfektem Sitz immer benutzt werden.
Bei den verschiedenen Typen des Englischen Sattels sehr unterschiedlich sind die Sattelblätter - die Seitenteile des Sattels. Diese sind beim Dressursattel sehr länglich geformt, sodass der Reiter mit längeren Steigbügeln einen guten Sitz hat. Beim Spring- und Vielseitigkeitssattel sind die Sattelblätter eher klein und zur Brust des Pferdes hin geformt. Dies trägt zu einem guten Halt beim Springen bei. Wichtig sind hier ebenfalls die Pauschen - Verdickungen am vorderen Rand der Sattelblätter - welche den Sitz des Reiters sicherer machen.
Der Englische Sattel wird sowohl von Freizeit- als auch Turnierreitern sehr gerne benutzt.